Charlotte Brenner neue Bürgermeisterin der Stadt Neuenhaus
Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 17.11.2001
Die CDU hat in der Stadt Neuenhaus nach zehn Jahren die Mehrheit zurückerobert. Am Donnerstagabend wurde die Christdemokratin Charlotte Brenner zur ehrenamtlichen Bürgermeisterin der Dinkelstadt gewählt. Trotz geheimer Wahlgänge lassen die Abstimmungsergebnisse eine schwarz-grüne Mehrheit vermuten.
mm Neuenhaus. Die CDU besetzt im Rat der Stadt 13 Sitze, die SPD elf Sitze und Bündnis 90/Die Grünen einen Sitz. Die Personalvorschläge machte die CDU auch im Namen des Bündnisgrünen Wilfried Hille und die Ergebnisse der geheimen Wahlgänge wiesen jeweils 14 Ja-Stimmen aus. Zum ersten stellvertretenden Bürgermeister wurde Paul Mokry gewählt, zur zweiten stellvertretenden Bürgermeisterin Annelies Pötter.
Erstmals in der Geschichte der Stadt Neuenhaus steht mit Charlotte Brenner eine Frau an der Spitze des Rates. Brenner wünschte sich denn auch in einer ersten Reaktion auf ihre Wahl, dass sich künftig mehr Frauen in der Kommunalpolitik engagieren. Die neue Bürgermeisterin will mit allen Ratsmitgliedern konstruktiv zusammenarbeiten. "Neuenhaus steht vor einer großen, wenn nicht der größten Herausforderung der Stadtgeschichte," sagte Charlotte Brenner in Anspielung auf den Bau der Südumgehung und der anschließenden Umgestaltung der vom Verkehr entlasteten Innenstadt. In "wesentliche Entscheidungen" sollen die Bürger miteinbezogen werden.
Die CDU-Fraktionsvorsitzende Annelies Pötter kündigte an, dass man weiter mit der Grundstücks- und Entwicklungsgesellschaft kooperieren wolle, um in den nächsten Jahren genügend Flächen für den privaten Wohnungsbau und für die Ansiedlung von Gewerbe anbieten zu können. Und auf den Sektor Fremdenverkehr müsse man viel Engagement verwenden.
SPD-Fraktionschef Horst Wemker sagte mit Blick auf die sichtbaren Veränderungen an der Spitze des Rates: "Wir hätten es gerne anders gehabt, aber wir akzeptieren das Ergebnis." Die SPD wünsche sich eine "weiter gute und konstruktive Zusammenarbeit" im Rat der Stadt. Es gehe nicht um parteipolitische Auseinandersetzungen, sondern "um das Ringen um die Sache." In diesem Zusammenhang kündigte Wemker an, dass seine Partei durchaus auch bereit sei, unpopuläre Entscheidungen mitzutragen. Dafür erwarte man in der Fraktion jedoch, dass auch Vorschläge der SPD in der Ratsarbeit Berücksichtigung finden.
Wemker bedankte sich besonders bei Bernhard Itterbeck, der nach zehnjähriger Arbeit als ehrenamtlicher Bürgermeister die Amtskette an Charlotte Brenner weiter gegeben hat. Der Dank galt auch Itterbecks Stellvertreterin Renate Berens.
Der Rat der Stadt Neuenhaus hat die Verwaltung der Stadt dem hauptamtlichen Samtgemeindebürgermeister Johann Arends übertragen und diesen auch in das Ehrenbeamtenverhältnis übernommen. Zum Vertreter des Stadtdirektors wählte der Rat Helmut Baumann. Während Arends 14 Stimmen auf sich vereinen konnte, votierten für Baumann 24 Kommunalpolitiker in geheimer Wahl. Auch Baumann wird in das Ehrenbeamtenverhältnis übernommen.