Handlungsbedarf bei Schulen und Spielkreisen

Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 28.12.2001

Von Daniel Klause / Neuenhaus. Obwohl die Mitgliedsgemeinden und somit auch die Samtgemeinde Neuenhaus auch im kommenden Jahr wieder ein Defizit in ihrem Haushalt ausweisen werden, stehen eine Reihe teurer Vorhaben an. Ein seit längerem drängendes Thema wird bereits im Frühjahr erneut auf der Tagesordnung des Schulausschusses stehen: die Lehrküche in der Grundschule. Bislang war entweder ein Renovierung der bestehenden Küche oder eine Aufstockung des Kunst- und Werktrakts im Gespräch. Die Renovierung wäre zwar mit geschätzten Kosten in Höhe von 150000 Euro am günstigsten, so Arends. Da die Grundschule wegen steigender Schülerzahlen den Platz jedoch für zwei weitere Klassenräume benötige, habe er ein Architekturbüro damit beauftragt, eine neue Variante zu prüfen: einen Anbau an den Kunst- und Werktrakt, berichtet Arends. Ein Anbau soll weniger als eine halbe Million Euro kosten, eine Aufstockung liege bei 900000 Euro.
Von Grund auf saniert werden muss zudem das Gebäude, in dem die Orientierungsstufe Neuenhaus untergebracht ist. Der marode Zustand war bereits Thema im Bürgermeisterwahlkampf und lässt sich nach Arends’ Worten nicht länger hinnehmen. Die Arbeiten sollen in den Sommerferien anlaufen.
Zudem müsse die Samtgemeinde im kommenden Jahr über die Zukunft des Gebäudes entscheiden, in dem bis zum 31. Juli die Vorklassen untergebracht sind, sagt Arends. Darin sollen drei Klassenräume entstehen, die wahrscheinlich der KGS zugeschlagen würden.
Um dem steigenden Nachfrage nach Kindergartenplätzen in der Stadt Neuenhaus nachzukommen, will die Stadt zudem die Kinderspielkreise Hilten und Grasdorf erweitern. Dies kommt mit geschätzten Kosten in Höhe von 220000 Euro erheblich günstiger als der Bau eines neuen Kindergartens.
Den Säckel der Samtgemeinde belasten aber auch die Straßenbauten. So muss sich die Stadt bis 2005 an der Südumgehung mit 332000 Euro beteiligen. Noch einmal 561500 Euro beträgt der Kostenanteil bis zum Jahr 2005 am Bau der Nord-West-Entlastungsstraße. Um den Eigenanteil möglichst gering zu halten, will sich Arends im kommenden Jahr beim Ausbau der Haftenkamper Straße auf die Suche nach Fördergeldern begeben. Mit dem Baubeginn rechnet er nicht vor 2003. Völlig ungewiss sei zurzeit die Finanzierung und der Baubeginn der östlichen Entlastungsstraße für Veldhausen.
Erhebliche Investitionen werden nach Arends Worten im kommenden Jahr zudem in die Erschließung neuer Wohn- und Gewerbegebiete fließen. Die Kosten werden den Stadtsäckel allerdings nicht belasten, weil die Erschließung in den Händen der Grundstücks- und Entwicklungsgesellschaften der Stadt und des Landkreises liegen. Geplant sind unter anderem die Erschließung des vierten Abschnitts des Baugebiets "Schorffeld" mit 27 Grundstücken. Ferner stünden die Verhandlungen über den Kauf eines weiteren großen innerstädtischen Areals für die Ausweisung als Baugebiet kurz vor dem Abschluss, berichtet der Verwaltungschef. Darüber hinaus stehen im Baugebiet "Teichplaß" noch 27 von 86 Bauplätzen zum Verkauf.
Bei der Umgestaltung der Neuenhauser Innenstadt stehe das kommende Jahr im Zeichen der Suche nach Fördergeldern und nach einem Gesamtplan. Angesichts der finanziellen Lage der Stadt und der Samtgemeinde rechnet Arends jedoch nicht damit, dass die Innenstadt aufwändiger saniert wird, als etwa der Ortskern von Uelsen. "Wahrscheinlich müssen wir uns mit einer Pflasterung rund um die Kirche und einem Rückbau der Straßen begnügen", meint Arends. Aber auch damit sei ja bereits eine Menge erreicht. Dass die gesamte Innenstadt nach dem Vorbild der Hinter- und Klinkhammerstraße saniert wird, kann er sich nicht vorstellen.
Noch keine Lösung zeichnet sich nach Arends Worten auch für das ehemalige Amtsgericht ab, das nach dem Umzug der Polizeistation leersteht. Zwar hätten sich mehrere Interessenten das 1861 errichtete Gebäude angesehen. Einen Investor gebe es aber bislang noch nicht. Auch bei der im Wahlkampf thematisierten Einrichtung eines Jugendparlaments will Arends zunächst die Erfahrungen anderer Gemeinden abwarten, etwa der Gemeinde Twist, die im Herbst dieses Jahres ein solches Gremium geschaffen hatte.
Als einen Schwerpunkt seiner Arbeit sieht Arends die Suche nach Einsparpotenzial. So sollen nach seinem Willen alle bei Samtgemeinde und Stadt frei werdenden Stellen zunächst auf den Prüfstand, bevor über eine Neubesetzung entschieden wird. Ferner will Arends bei Planungen und Gutachten sparen. Mit Einnahmen in Höhe von ein bis eineinhalb Millionen Euro rechnet Arends durch den geplanten Verkauf der Regenwasserkanalisation an den Wasser- und Abwasserzweckverband.



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