CDU: Grünes Licht für Windenergie
Artkel der Grafschafter Nachrichten vom 17.08.2002
Neuenhaus. Dr. Peter Paziorek, umweltpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ließ bei einem Besuch beim Unternehmen Neuenhauser Maschinenbau keinen Zweifel daran, dass die Umweltpolitik und speziell die erneuerbaren Energien wie Windkraft unter einer CDU/CSU geführten Bundesregierung eine zentrale Rolle spielen würden. Neuenhauser Maschinenbau fertigt unter anderem Produkte im Bereich der Umwelttechnik.
Paziorek weilte auf Einladung des hiesigen CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Hermann Kues in der Grafschaft. Bernd Voshaar, Geschäftsführer des mittelständischen Unternehmens, erläuterte die Produktpalette seines Betriebes. Die Entwicklung der Umwelttechnik werde, so bemängelte er, durch allzu bürokratische Vorschriften eher behindert. Man müsse dem Einfallsreichtum der Mitarbeiter mehr Spielraum lassen. "Wenn die Anreize stimmen, und dafür ist der Staat zuständig, bewegt sich mehr, als durch Vorgaben im Detail, die man sich am Grünen Tisch ausgedacht hat", so Voshaar. Die erneuerbaren Energien seien in Neuenhaus mittlerweile fast der einzige Bereich, in dem es noch Wachstumsraten und bis zu 40 Prozent Effizienzsteigerung gebe.
Hinsichtlich der Windenergie, so Paziorek und Kues, werde es von der CDU/CSU "selbstverständlich weiterhin grünes Licht geben. Schließlich handele es sich hier um ein "Kind" der CDU, das erst mit Hilfe des Stromeinspeisegesetzes aus dem Jahr 1991 das Laufen gelernt habe. Das Erneuerbare Energie-Gesetz habe später die Wirtschaftlichkeit geregelt. Die Spitzenstellung in der Technologie und der Projektentwicklung, die vor allem bei der Windkraft erreicht worden sei, schaffe neue, hochqualifizierte Arbeitsplätze, nicht zuletzt in der Grafschaft. Es müssten allerdings bestimmte Konflikte gelöst werden. So dürfte es keinen Wildwuchs beim Anlagenbau geben. In der Grafschaft lägen in der Umwelttechnik erhebliche Exportchancen.
CDU und Johann Arends verteidigen Einsparungen beim Kunstverein
Neuenhaus. Die Neuenhauser CDU weist die Vorwürfe der Sozialdemokraten an den geplanten Kürzungen für den Kunstverein Grafschaft Bentheim zurück. Die Behauptung der SPD, es habe vorher keine Gespräche mit dem Kunstverein gegeben ist schlichtweg falsch, so Stadtdirektor Johann Arends (CDU). Selbstverständlich hätten Gespräche mit dem Kunstverein – auch unter Einbeziehung des Landkreises – stattgefunden, nur sei man noch zu keinem einvernehmlichen Ergebnis gelangt. Weiterhin ist ein weiteres Gespräch mit Vertretern der Fraktionen und dem Kunstverein geplant. Auch dies ist den Neuenhauser Sozialdemokraten bekannt. Daher überrasche ihn deren öffentliche Forderung nach einem solchen Gespräch.
Arends verteidigte die geplante Kürzung der jährlichen Zuweisungen von rund 45.000 (90.000 DM im Jahr 2001) auf 10.000 . Neben den 10.000 Zuschuss bezahle die Stadt 4.000 – 5.000 jährlich am Bewirtschaftungskosten. Die jährlichen Folgekosten aus der Instandsetzung des Gebäudes (Schuldendienst, Abschreibung) beliefen sich auf rund 35.000 .
Weiterhin müsse der Zuschuss an den Kunstverein vor dem Hintergrund der finanziellen Situation der Stadt Neuenhaus gesehen werden. Die Verschuldung der Stadt betrage rund 7,8 Millionen . Damit sei die Pro-Kopf-Verschuldung eine der höchsten in der gesamten Grafschaft. Daneben hätten Stadt- und Samtgemeinde Neuenhaus aus den laufenden Haushalten noch Defizite in Millionenhöhe abzudecken. Die Samtgemeinde Neuenhaus sei die einzige Kommune in der Grafschaft, die seit Jahren Anträge auf Bedarfszuweisungen stellen müsse. Landkreis und Bezirksregierung hätten immer wieder darauf gedrängt, daß Neuenhaus Einsparungen bei den freiwilligen Leistungen vornimmt. Daher müßten jetzt auch Einsparungen vorgenommen werden.
Ein jährlicher Zuschuss von rund 45.000 an den Kunstverein sei auch vor dem Hintergrund der Bezuschussung der anderen Vereine und Verbände nicht zu rechtfertigen, so Arends. Alle anderen Vereine im kulturellen Bereich, vom Kulturpass über die Chöre und den VVV, erhielten zusammen rund 8.000 , die 4 Sportvereine für ihre Jugendarbeit rund 6.000 jährlich.
Der stellvertretende Neuenhauser CDU-Vorsitzende Ralf Pötter kritisierte die Forderungen der SPD nach einer zwingend einvernehmlichen Lösung aufgrund des Vertrages zwischen der Stadt und dem Kunstverein. Es sein völlig unverständlich und rechtlich äußert fraglich, dass sich die Stadt Neuenhaus vor acht Jahren aufgrund des Vertrages für unbestimmte Zeit auf eine Bezuschussung in Höhe von 100.000 DM jährlich verpflichtet habe und dieser Vertrag nur im Einvernehmen mit dem Kunstverein zu ändern sein soll. Das Haushaltsrecht liege beim Stadtrat und dieser werde am 22. August über den Höhe des Zuschusses entscheiden. Die CDU sei sehr an einer einvernehmlichen Lösung mit dem Kunstverein und allen Fraktionen interessiert. Daher werde auch wie geplant noch vor der Sitzung des Stadtrates das o.g. Gespräch mit den Fraktionen und dem Kunstverein geführt werden.
Zwei Spielkreise werden erweitert
Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 26.07.2002
Die Handwerker sind derzeit in den Neuenhauser Stadtteilen Grasdorf und Hilten in den Spielkreisen am Werk. Nach dem Wegfall der Vorschule ist eine Erweiterung der Spielkreise notwendig geworden. Besonders an dem denkmalgeschützten Gebäude in Grasdorf sind umfangreiche Arbeiten erforderlich.
mm Neuenhaus. Nach dem Wegfall der Vorschule in Neuenhaus müssen die Kapazitäten der beiden Spielkreise erweitert werden. Das hat eine Umfrage bei den Eltern ergeben. Etwa 50 neue Plätze sollen jetzt in den beiden Spielkreisen entstehen, das heisst: in jedem Spielkreis eine Gruppe für 25 Kinder. Das erläuterte der Leiter des Neuenhauser Sozialamtes, Lüpke Heier, in einem Gespräch mit den GN.
Im Spielkreis in Grasdorf wird der komplette Seitenflügel renoviert. Nach einer Entkernung des Komplexes sollen aus den vormals sieben kleinen Räumen künftig drei neue Räume geschaffen werden. Bei den Arbeiten wurde auch deutlich, dass die Fassade völlig neu gemauert werden musste. Dazu wurden die alten Klinkersteine verwendet. Auch bei den neuen Fenstern hat man die Anforderungen des Denkmalschutzes erfüllt. Für das Projekt gab es auch einen Zuschuss aus dem Programm der Dorferneuerung. Insgesamt werden in den Spielkreis Grasdorf derzeit etwa 220000 Euro investiert.
Im Spielkreis in Hilten sind die Arbeiten nicht so umfangreich wie in Grasdorf. Ein früherer Gruppenraum muss erweitert werden. Dazu kommen einige kleinere handwerkliche Maßnahmen. Insgesamt werden im Spielkreis in Hilten in den Sommerferien etwa 55000 Euro investiert.
Während die Arbeiten im Spielkreis Hilten bis zum Ende der Sommerferien abgeschlossen sind, kann dies im Spielkreis Grasdorf nicht eingehalten werden. Die Stadt Neuenhaus hat alle Eltern angeschrieben und ihnen mitgeteilt, dass die neue Gruppe erst Anfang September Einzug in die frisch renovierten Räume halten kann. Für alle Eltern, die unbedingt ab dem 1. August auf eine Betreuung ihrer Kinder angewiesen sind, hat die Stadt die Einrichtung einer "Notgruppe" angeboten. Die würde dann im jetzigen Bewegungsraum betreut werden. Doch nach Auskunft von Sozialamtsleiter Lüpke Heier ist bis zu Beginn dieser Woche noch kein entsprechender Bedarf angemeldet worden.
Die Bedeutung des Spielkreises in Grasdorf wird nach Einschätzung von Lüpke Heier noch zunehmen. Grund sind die neuen Baugebiete in der Nähe. Zudem liegt der Spielkreis direkt an der Bundesstraße 403 am Stadtausgang günstig für Eltern, die nach Nordhorn zur Arbeit fahren.
Mit der Renovierung der Spielkreise will Bürgermeister Johann Arends auch einen ersten Schritt machen, ein Wahlkampfversprechen einzulösen. Er hatte vor seiner Wahl angekündigt, städtische Einrichtungen wie Schulen, Sportstätten und Kindertagesstätten in einen guten Zustand zu bringen.
Feuerwehr zog in die BE-Hallen um
Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 27.05.2002
Große Freude bei der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Neuenhaus. Am Freitagabend sind die renovierten Hallen der Bentheimer Eisenbahn den Einsatzkräften als Unterkunft übergeben worden. Damit endeten auch lange Diskussionen und Streitereien um ein Gerätehaus für die Feuerwehr Neuenhaus.
mm Neuenhaus. Der Zustand des alten Feuerwehrhauses war seit langem desolat. Bereits vor vier Jahren sind Verhandlungen mit der Bentheimer Eisenbahn über die Nutzung deren leer stehende Hallen aufgenommen worden. Man wollte die alten Gebäude im Stadtzentrum sinnvoll nutzen und das Areal städtebaulich aufwerten. Doch vor allem in der CDU gab es starke Kräfte, die anfangs gegen das Projekt gearbeitet haben. Sie wollten lieber einen Neubau für die Feuerwehr. Doch im April des Jahres 2000 gab es einen Grundsatzbeschluss über die Verlagerung der Ortsfeuerwehr Neuenhaus in die BE-Hallen. Doch erst im Oktober des vergangenen Jahres starteten die Umbaumaßnahmen.
Etwa 440000 Mark hat man im vergangenen Jahr für das Projekt veranschlagt, davon gewährt der Landkreis einen Zuschuss von 310000 Mark aus Mitteln des Feuerschutzes und 7624 Mark aus dem Topf für Jugendförderung. Auch der Bauhof der Stadt Neuenhaus ist derzeit dabei, sich in den BE-Hallen einzurichten. Dieses Projekt wird ebenfalls gut 400000 Mark verschlingen. Architekt Gerhard Egberdt konnte am Freitagabend ankündigen, dass der Kostenrahmen für den Bereich der Feuerwehr eingehalten wird. Samtgemeindebürgermeister Johann Arends bedankte sich besonders für die vielen erbrachten Eigenleistungen bei den Feuerwehrmännern: "Das hat die Kosten gemindert und die Verbundenheit mit dem Bauwerk gestärkt." Brandmeister Fred Büter schätzte die Eigenleistungen der Wehrmänner auf 1950 Stunden.
Brandmeister Büter erklärte noch einmal, dass die Feuerwehr seinerzeit sehr schnell auf eine Lösung in den BE-Hallen gedrungen habe. Für ein neues Feuerwehrhaus habe man keinen geeigneten Standort gefunden und auch die Finanzierung wäre schwierig geworden. Die BE-Hallen liegen nach Darstellung von Büter so günstig, "dass ein schnelles Ausrücken gewährleistet ist." Die Feuerwehr ist mit dem Ausbau der BE-Hallen offensichtlich noch nicht am Ende. "Wir wollen noch so einiges erledigen", sagte Büter und fügte augenzwinkernd hinzu: "Doch wir wollen erst abwarten, ob noch Bares bei der Samtgemeinde vorhanden ist."
Landrat Paul Ricken verglich in seinem Grußwort die Feuerwehrleute mit guten Fußballspielern. Bei beiden sei eine kluge Verteidigung ebenso wichtig wie ein beherztes Engagement nach vorn. Besonders bedankte Ricken sich für das ehrenamtliche Engagement der Einsatzkräfte: "Für ihren Dienst leisten sie manchen Verzicht und opfern viel Freizeit." Für den Landrat war es ein "sinnvoller Beschluss", in die BE-Hallen zu gehen.
Für viele Lacher sorgte Landrat Ricken als er mit Hinweis auf die finanzielle Förderung des Landkreises sagte: "Neuenhaus war uns schon immer lieb und teuer." Doch Samtgemeindebürgermeister Johann Arends setzte noch eins drauf und gab schlagfertig zurück: "Wenn das ein Uelser sagt, dann heisst das schon was."
Anschließend an die offizielle Inbetriebnahme des neuen Feuerwehrhauses konnte Bürgermeister Arends der Feuerwehr eine weitere Freude bereiten, er übergab die Schlüssel für ein neues Einsatzleitfahrzeug. Am gestrigen Sonntag nahmen viele Interessierte die Gelegenheit wahr, sich bei einem "Tag der offenen Tür" ein eigenes Bild von den umgebauten BE-Hallen zu machen.
Arends: "Das Maß wieder finden"
Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 25.03.2002
Die Sanierung der Finanzen ist für den hauptamtlichen Bürgermeister der Samtgemeinde Neuenhaus oberstes Gebot. Johann Arends: "Man muss das richtige Maß wieder finden."
Von Manfred Münchow / Neuenhaus. Die Schuldenlast von Stadt und Samtgemeinde Neuenhaus drückt Johann Arends und bestimmt auch sein Handeln. Sparen ist angesagt. Unumwunden sagt der neue Mann im Rathaus auch: "In Neuenhaus hat man über die Verhältnisse gelebt."
Nach Informationsbesuchen in Nachbargemeinde hat es auch bereits erste Veränderungen gegeben. Die Verwaltung ist um zwei Stellen verkleinert worden, beim Bauhof sind die Personalkosten nach Ansicht von Arends immer noch zu hoch. Dazu drücken ihn hohe Ausgaben für den Kunstverein. Durch den Verkauf von Liegenschaften und Immobilien soll ein kleiner Teil des 24 Millionen Mark großen Schuldenberges abgetragen werden.
Beim großen Thema Umgehungsstraße und dem dadurch möglichen Rückbau der Innenstadt sagt Arends in aller Deutlichkeit: "Eine Vergoldung der Innenstadt wird es nicht geben." Gleichwohl sollen einige Maßnahmen für die Entwicklung der Innenstadt in Angriff genommen werden.
Ohne den Namen des früheren Verwaltungschefs zu nennen, formuliert Arends beim Thema Umgestaltung der Innenstadt deutliche Kritik: "Man ist einer Fata Morgana nachgejagt." Nach Ansicht des neuen Verwaltungschefs hätte man der Öffentlichkeit viel früher deutlich machen müssen, dass "der große Wurf" für die Stadt gar nicht zu finanzieren ist. Dazu kommt, dass die Veldhauser Straße und das Stück der Hauptstraße von der Kreuzung in der Ortsmitte bis zum Ortsausgang in Richtung Uelsen überörtliche Straßen sind, die nach Darstellung von Arends zum derzeitigen Zeitpunkt noch gar nicht rückgebaut werden dürfen.
Bei aller Notwendigkeit zum eisernen Sparen will der neue hauptamtliche Bürgermeister jedoch auch nicht in das Gegenteil verfallen und zum reinen Sparkommissar werden. "Es muss sich auch weiter entwickeln", sagt Arends nach den ersten Monaten auf seinem neuen Sessel im Rathaus in Neuenhaus. Der frühere Geschäftsführer einer Erzeugergemeinschaft für Geflügelzucht hat nach eigenem Bekunden erst einen kleinen Teil seiner Eingewöhnungsphase geschafft. "Erleichtert wird diese durch die Freundlichkeit, Offenheit und Kooperationsbereitschaft der Kolleginnen und Kollegen im Rathaus", lobt Arends seine Mitarbeiter. Und auch die Politik, die Opposition eingeschlossen, habe ihm eine Schonfrist gewährt und sei bislang fair mit ihm umgegangen.
Eine der wichtigen Aufgaben, die angepackt werden müssen, ist die Erarbeitung eines Schulraumnutzungskonzeptes. Das Gymnasium geht voll in die Trägerschaft des Landkreises und an der Kooperativen Gesamtschule muss ein Gymnasialzweig aufgebaut werden. Die Dorferneuerung in Veldhausen ist gestartet. Zudem laufen die Vorbereitungen, das Regenwassernetz an den WAZ zu verkaufen. Was macht man mit dem Geld? Die Antwort von Johann Arends ist klar: "Dieses Geld soll zur Schuldentilgung verwendet werden."
Bürgermeister Arends lud zum Neujahrsempfang in Neuenhaus
Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 14.01.2002
how Neuenhaus. Das vergangene Jahr 2001 hat auch in Neuenhaus einige Veränderungen gebracht – wohl keiner weiß das besser als Johann Arends. Im September haben ihn die Neuenhauser zum Bürgermeister der Samtgemeinde gewählt.
Gestern hielt er beim Neujahrsempfang im Alten Rathaus der Stadt erstmals eine kleine Ansprache zum Jahreswechsel. Er wolle zwar keine "Regierungserklärung" abgeben, sagte Arends vor Ratsmitgliedern, Verwaltungsmitarbeitern, Repräsentanten und Bürgern, aber dennoch sprach er auch einige politische Entwicklungen an.
Wichtigstes Thema in den vielen Gesprächsrunden im Alten Rathaus und auch in der Bürgermeisterrede: die Ortsumgehung und die nördliche Entlastungsstraße. Im vergangenen Jahr wurde mit den Bauarbeiten begonnen, im Herbst des nächsten Jahres sollen die Straßen freigegeben werden. "Beide Vorhaben sind wichtige Meilensteine und Voraussetzungen für den langen Weg der Umgestaltung der Ortsdurchfahrt", sagte Arends. Insgesamt forderte er ein "Konzept für die Weiterentwicklung in der Samtgemeinde, dass sich an den finanziellen Möglichkeiten orientiert". Denn daraus, dass in den öffentlichen Kassen wenig Geld zur Verfügung stehe, machte der Bürgermeister keinen Hehl: "Die finanzielle Lage ist angespannt. Die Hauhalte aller Mitgliedsgemeinden außer Lage werden im laufenden Jahr ein Defizit aufweisen."
Trotz aller Spar- und Konsolidierungsmaßnahmen: Johann Arends kündigte beim Neujahrsempfang an, dass die Samtgemeinde ihre "Pflichtaufgaben" auch weiterhin erfüllen werde. Dazu zählte er die Renovierung von Schulen und Kinderspielkreisen, den Ausbau von Straßen und die Ausweisung von Gebieten für die gewerbliche Bebauung und für Wohnbebauung. "Diese und andere Vorhaben wurden in der Vergangenheit bewältigt, und auch da war die Samtgemeinde nicht auf Rosen gebettet", sagte der Bürgermeister.
"Wir sollten die Herausforderungen als Chancen ansehen und unsere Zukunft aktiv gestalten", betonte Arends abschließend. Dazu forderte er eine Innovationsfähigkeit und die Bereitschaft, neue Wege einzuschlagen. "Gefragt sind Eigeninitiative und Verantwortungsgefühl. Es geht darum, die Lebensqualität in Neuenhaus zu erhalten und zu verbessern."
Das Alte Rathaus in Neuenhaus bot einen ansprechenden Rahmen für den Neujahrsempfang. Erstmals hatte die Samtgemeinde eingeladen. Mitglieder des Heimatvereins Neuenhaus, eingekleidet in historischen Trachten, sorgten für die Bewirtung der Gäste und servierten leckere Neujahrskuchen. Der Einladung zum Empfang waren gestern Mittag mehr als 60 Neuenhauser gefolgt – der große Saal im ersten Stockwerk stieß an seine Kapazitätsgrenzen.
Handlungsbedarf bei Schulen und Spielkreisen
Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 28.12.2001
Von Daniel Klause / Neuenhaus. Obwohl die Mitgliedsgemeinden und somit auch die Samtgemeinde Neuenhaus auch im kommenden Jahr wieder ein Defizit in ihrem Haushalt ausweisen werden, stehen eine Reihe teurer Vorhaben an. Ein seit längerem drängendes Thema wird bereits im Frühjahr erneut auf der Tagesordnung des Schulausschusses stehen: die Lehrküche in der Grundschule. Bislang war entweder ein Renovierung der bestehenden Küche oder eine Aufstockung des Kunst- und Werktrakts im Gespräch. Die Renovierung wäre zwar mit geschätzten Kosten in Höhe von 150000 Euro am günstigsten, so Arends. Da die Grundschule wegen steigender Schülerzahlen den Platz jedoch für zwei weitere Klassenräume benötige, habe er ein Architekturbüro damit beauftragt, eine neue Variante zu prüfen: einen Anbau an den Kunst- und Werktrakt, berichtet Arends. Ein Anbau soll weniger als eine halbe Million Euro kosten, eine Aufstockung liege bei 900000 Euro.
Von Grund auf saniert werden muss zudem das Gebäude, in dem die Orientierungsstufe Neuenhaus untergebracht ist. Der marode Zustand war bereits Thema im Bürgermeisterwahlkampf und lässt sich nach Arends’ Worten nicht länger hinnehmen. Die Arbeiten sollen in den Sommerferien anlaufen.
Zudem müsse die Samtgemeinde im kommenden Jahr über die Zukunft des Gebäudes entscheiden, in dem bis zum 31. Juli die Vorklassen untergebracht sind, sagt Arends. Darin sollen drei Klassenräume entstehen, die wahrscheinlich der KGS zugeschlagen würden.
Um dem steigenden Nachfrage nach Kindergartenplätzen in der Stadt Neuenhaus nachzukommen, will die Stadt zudem die Kinderspielkreise Hilten und Grasdorf erweitern. Dies kommt mit geschätzten Kosten in Höhe von 220000 Euro erheblich günstiger als der Bau eines neuen Kindergartens.
Den Säckel der Samtgemeinde belasten aber auch die Straßenbauten. So muss sich die Stadt bis 2005 an der Südumgehung mit 332000 Euro beteiligen. Noch einmal 561500 Euro beträgt der Kostenanteil bis zum Jahr 2005 am Bau der Nord-West-Entlastungsstraße. Um den Eigenanteil möglichst gering zu halten, will sich Arends im kommenden Jahr beim Ausbau der Haftenkamper Straße auf die Suche nach Fördergeldern begeben. Mit dem Baubeginn rechnet er nicht vor 2003. Völlig ungewiss sei zurzeit die Finanzierung und der Baubeginn der östlichen Entlastungsstraße für Veldhausen.
Erhebliche Investitionen werden nach Arends Worten im kommenden Jahr zudem in die Erschließung neuer Wohn- und Gewerbegebiete fließen. Die Kosten werden den Stadtsäckel allerdings nicht belasten, weil die Erschließung in den Händen der Grundstücks- und Entwicklungsgesellschaften der Stadt und des Landkreises liegen. Geplant sind unter anderem die Erschließung des vierten Abschnitts des Baugebiets "Schorffeld" mit 27 Grundstücken. Ferner stünden die Verhandlungen über den Kauf eines weiteren großen innerstädtischen Areals für die Ausweisung als Baugebiet kurz vor dem Abschluss, berichtet der Verwaltungschef. Darüber hinaus stehen im Baugebiet "Teichplaß" noch 27 von 86 Bauplätzen zum Verkauf.
Bei der Umgestaltung der Neuenhauser Innenstadt stehe das kommende Jahr im Zeichen der Suche nach Fördergeldern und nach einem Gesamtplan. Angesichts der finanziellen Lage der Stadt und der Samtgemeinde rechnet Arends jedoch nicht damit, dass die Innenstadt aufwändiger saniert wird, als etwa der Ortskern von Uelsen. "Wahrscheinlich müssen wir uns mit einer Pflasterung rund um die Kirche und einem Rückbau der Straßen begnügen", meint Arends. Aber auch damit sei ja bereits eine Menge erreicht. Dass die gesamte Innenstadt nach dem Vorbild der Hinter- und Klinkhammerstraße saniert wird, kann er sich nicht vorstellen.
Noch keine Lösung zeichnet sich nach Arends Worten auch für das ehemalige Amtsgericht ab, das nach dem Umzug der Polizeistation leersteht. Zwar hätten sich mehrere Interessenten das 1861 errichtete Gebäude angesehen. Einen Investor gebe es aber bislang noch nicht. Auch bei der im Wahlkampf thematisierten Einrichtung eines Jugendparlaments will Arends zunächst die Erfahrungen anderer Gemeinden abwarten, etwa der Gemeinde Twist, die im Herbst dieses Jahres ein solches Gremium geschaffen hatte.
Als einen Schwerpunkt seiner Arbeit sieht Arends die Suche nach Einsparpotenzial. So sollen nach seinem Willen alle bei Samtgemeinde und Stadt frei werdenden Stellen zunächst auf den Prüfstand, bevor über eine Neubesetzung entschieden wird. Ferner will Arends bei Planungen und Gutachten sparen. Mit Einnahmen in Höhe von ein bis eineinhalb Millionen Euro rechnet Arends durch den geplanten Verkauf der Regenwasserkanalisation an den Wasser- und Abwasserzweckverband.
,Macht bedeutet für mich Verantwortung"
Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 27.12.2001
Von Ellen Meyer
Neuenhaus. Brenner investiert jeden Tag mindestens vier bis sechs Stunden in ihren ehrenamtlichen Job, erhält dafür aber nur eine Aufwandsentschädigung. ,Im Jahr 2002 werde ich bei 200 Jubiläen gratulieren. Dazu gehören neben vielen Geburtstagen auch mehrere Goldene und eine Eiserne Hochzeit. Das ist für mich die Seele meiner Arbeit, die Ratssitzungen sind das Handwerkszeug", sagt sie.
Ihr Terminkalender ist vollgepackt. Zu einem Adventswochenende gehören Geburtstagsvisiten, die Begleitung des Nikolauszuges und der Besuch des Brauchtumstages. Tägliche Ratssitzungen folgen in der Woche vor Weihnachten. Ein eigenes Auto besitzt sie nicht.
,Ich erradle mir die Termine. Das hält fit", meint Brenner und lacht. Ohne Handy, aber mit dem Mut zum direkten Gespräch will sie die Menschen in Neuenhaus gewinnen. ,Ich komme aus der Rhein-Neckar-Region. Seit 15 Jahren lebe ich in Neuenhaus. Mich beeindruckt die Bodenständigkeit der Grafschafter. Die Menschen hier sind stark mit ihrer Heimat verwurzelt", meint Brenner.
Immer wieder stelle sie sich die Frage: ,Was kann ich für die Menschen tun?" Hierin sieht sie den Schwerpunkt ihrer Arbeit. ,Gerade in der Kommunalpolitik muss es darum gehen, sich nach den Bedürfnissen der Menschen zu richten. Demokratie bedeutet Macht des Volkes. Für mich bedeutet Macht zugleich aber auch Verantwortung zu tragen. Reiner Protest ist unsinnig. Ich muss politisch aktiv werden, um etwas zu verändern", sagt die Mutter von zwei Kindern.
Bevor sie sich für CDU bei den Stadtratswahlen aufstellen ließ, engagierte sich Brenner in zahlreichen Initiativen, die jeweils in ihre momentanen Lebensumstände passten. ,Ich muss Ehrenamt und Familie miteinander verbinden", berichtet sie.
So reichen ihre Aktivitäten vom Aufbau einer Stillgruppe über die Kommunion- und Firmvorbereitungskurse bis zu der Unterstützung einer Kindergartengruppe. ,Frauen beobachten aufmerksamer und handeln schneller. Männer sind oftmals materieller eingestellt", meint Brenner, die die Dinge geradeheraus ansprechen und dadurch frischen Wind in die Kommunalpolitik bringen will. ,Mit 39 Jahren bin ich die Jüngste in der Frauenunion. Ich suche jüngerer Aktive", erläutert sie ihre politischen Wünsche.
Unterstützung findet Brenner bei ihren älteren Mitstreiterinnen. ,Wir halten zusammen. Freundschaftlich fühle ich mich mit Maria Köttering, unserer stellvertretenden ehrenamtlichen Landrätin, verbunden. Wir helfen uns mit kleinen Tipps am Rande", sagt die Neuenhauserin.
Bei der Doppelbelastung zwischen Familie und öffentlichem Amt bleibt für Charlotte Brenner kaum noch Zeit übrig, um sich auf sich selber zu besinnen. Sie vertritt die Grafschafter Frauen auf bundesweiten Parteitagen oder streitet in Hannover für die Interessen ihrer Wähler. ,Aber einmal die Woche nehme ich Urlaub vom meinen Verpflichtungen, indem ich Yoga praktiziere", erzählt Brenner über ihren kleinen privaten Freiraum. Nur wer sich selbst verschenke, werde reicher. Diese Erkenntnis hat Brenner zu ihrem Lebensmotto gemacht.
Frauen Union: "Einmal im Jahr Freude machen"
Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 8. Dezember 2001
Von Daniel Klause / Neuenhaus Es war vier Jahre nach der Gründung der Frauenunion in Neuenhaus, als Elisabeth Mörschner im Jahr 1976 auf die Idee kam, den Bewohnern des Altenheims Haus Hilten einmal im Jahr, immer zu Nikolaus, eine kleine Freude zu machen und sie zu einer kleinen Feier einzuladen. ,Damals war die Lebenssituation im Altenheim noch nicht so gut wie heute", berichtet Charlotte Brenner, seit einigen Jahren Vorsitzende der Frauenunion. Aus Erzählungen der Gründerin der Initiative und der anderen CDU-Frauen, die von Anfang an dabei waren, weiß sie, wie sich die alten Menschen freuten, wenn die CDU-Frauen selbst gebackenen Kuchen, echten Bohnenkaffee, weihnachtlichen Tischschmuck und kleine Geschenke mitbrachten.
Idee der Nikolausfeier war es aber nicht nur, die Senioren zu verwöhnen, sondern bei ihnen auch Erinnerungen an die Kindheit wachzurufen. Deshalb gehört zur Nikolausfeier auch das gemeinsame Singen von Weihnachtsliedern und das Vortragen von Weihnachtsgedichten und kleinen Geschichten, die viele der Bewohner des Altenheims selbst in ihrer Kindheit gelernt haben.
Auch am Donnerstag bereiteten wieder acht CDU-Frauen den alten Menschen im Haus Hilten eine Überraschung mit kleinen Geschenken zum Nikolaus. Zum runden Jubiläum durften sich die Aktiven der Frauenunion zudem darüber freuen, selbst einmal Gast zu sein, denn diesmal hatte die Heimleitung eingeladen.
Während sich die Lebenssituation für die Bewohner des Altenheims deutlich verbessert hat, beobachten die CDU-Frauen nach den Worten ihrer Vorsitzenden, dass in den vergangenen Jahren immer weniger Senioren zur Nikolausfeier kommen. Als Grund nennt Brenner die Pflegeversicherung. ,Vor Jahren gab es wesentlich mehr aktive Senioren, die heute zu Hause versorgt werden, bis sie voll pflegebedürftig werden." Die Anzahl der Teilnehmer an der Feier sei von 30 zu Beginn auf heute noch etwa 15 zurückgegangen. Aber auch diejenigen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr teilnehmen können, müssen nicht ganz auf die Nikolausüberraschung verzichten. ,Wir besuchen die Bewohner auch in ihren Zimmern, um ihnen die Geschenke zu übergeben", sagt Brenner.
Charlotte Brenner neue Bürgermeisterin der Stadt Neuenhaus
Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 17.11.2001
Die CDU hat in der Stadt Neuenhaus nach zehn Jahren die Mehrheit zurückerobert. Am Donnerstagabend wurde die Christdemokratin Charlotte Brenner zur ehrenamtlichen Bürgermeisterin der Dinkelstadt gewählt. Trotz geheimer Wahlgänge lassen die Abstimmungsergebnisse eine schwarz-grüne Mehrheit vermuten.
mm Neuenhaus. Die CDU besetzt im Rat der Stadt 13 Sitze, die SPD elf Sitze und Bündnis 90/Die Grünen einen Sitz. Die Personalvorschläge machte die CDU auch im Namen des Bündnisgrünen Wilfried Hille und die Ergebnisse der geheimen Wahlgänge wiesen jeweils 14 Ja-Stimmen aus. Zum ersten stellvertretenden Bürgermeister wurde Paul Mokry gewählt, zur zweiten stellvertretenden Bürgermeisterin Annelies Pötter.
Erstmals in der Geschichte der Stadt Neuenhaus steht mit Charlotte Brenner eine Frau an der Spitze des Rates. Brenner wünschte sich denn auch in einer ersten Reaktion auf ihre Wahl, dass sich künftig mehr Frauen in der Kommunalpolitik engagieren. Die neue Bürgermeisterin will mit allen Ratsmitgliedern konstruktiv zusammenarbeiten. "Neuenhaus steht vor einer großen, wenn nicht der größten Herausforderung der Stadtgeschichte," sagte Charlotte Brenner in Anspielung auf den Bau der Südumgehung und der anschließenden Umgestaltung der vom Verkehr entlasteten Innenstadt. In "wesentliche Entscheidungen" sollen die Bürger miteinbezogen werden.
Die CDU-Fraktionsvorsitzende Annelies Pötter kündigte an, dass man weiter mit der Grundstücks- und Entwicklungsgesellschaft kooperieren wolle, um in den nächsten Jahren genügend Flächen für den privaten Wohnungsbau und für die Ansiedlung von Gewerbe anbieten zu können. Und auf den Sektor Fremdenverkehr müsse man viel Engagement verwenden.
SPD-Fraktionschef Horst Wemker sagte mit Blick auf die sichtbaren Veränderungen an der Spitze des Rates: "Wir hätten es gerne anders gehabt, aber wir akzeptieren das Ergebnis." Die SPD wünsche sich eine "weiter gute und konstruktive Zusammenarbeit" im Rat der Stadt. Es gehe nicht um parteipolitische Auseinandersetzungen, sondern "um das Ringen um die Sache." In diesem Zusammenhang kündigte Wemker an, dass seine Partei durchaus auch bereit sei, unpopuläre Entscheidungen mitzutragen. Dafür erwarte man in der Fraktion jedoch, dass auch Vorschläge der SPD in der Ratsarbeit Berücksichtigung finden.
Wemker bedankte sich besonders bei Bernhard Itterbeck, der nach zehnjähriger Arbeit als ehrenamtlicher Bürgermeister die Amtskette an Charlotte Brenner weiter gegeben hat. Der Dank galt auch Itterbecks Stellvertreterin Renate Berens.
Der Rat der Stadt Neuenhaus hat die Verwaltung der Stadt dem hauptamtlichen Samtgemeindebürgermeister Johann Arends übertragen und diesen auch in das Ehrenbeamtenverhältnis übernommen. Zum Vertreter des Stadtdirektors wählte der Rat Helmut Baumann. Während Arends 14 Stimmen auf sich vereinen konnte, votierten für Baumann 24 Kommunalpolitiker in geheimer Wahl. Auch Baumann wird in das Ehrenbeamtenverhältnis übernommen.